Die große Verdummung

Jeden Tag diese destruktiven Nachrichten. Es scheint so, dass sich unsere Welt immer mehr der von Mordor verändert. Dass sich die dunklen Wolken sich immer mehr über unseren Planeten ausbreiten. Das alles dunkler wird. Nicht nur die Tage, auch die Gedanken.

Warum diese Epoche nicht nur scheitert, sondern auch noch klatscht

Ja, langsam wird es immer klarer. Wir leben in einer Zeit, in der Idiotie so professionell verpackt wird, dass sie nach Innovation aussieht. Man verkauft uns den stetigen Verfall von so ziemlich Allem als Fortschritt, die Entmündigung als Wahrfreiheit und die Selbstentwertung als Eigenverantwortung.

Es ist ein Meisterstück moderner Macht: Die Menschen zahlen für ihren eigenen Abstieg und nennen es noch Beteiligung. Die Welt ist nicht nur aus den Fugen geraten. Sie ist so gründlich verdreht, dass selbst die Schrauben noch behaupten, alles sei stabil.

Das System frisst unten und lächelt oben

Früher hatten Ausbeuter wenigstens noch den Anstand, ehrlich brutal zu sein. Da kam dann der königliche Steuereintreiber, Graf von Fick Dich in seiner vom Lehenssklaven bezahlten und mit Borten aus echtem Gold auf seinem Wamst und hielt dem Bauern den Steuerbescheid vor die triefende Nase.

Nun, dass hat sich radikal verändert. Diese Brutalität trägt heute einen anderen Namen, einen freundlichen Namen, verwendet ein Nachhaltigkeitslogo und kommt im Namen des Ministeriums für Kommunikation und angewandte Lügen.

Man sagt nicht mehr: Wir nehmen dir Sicherheit, Würde und Zukunft. Man sagt: Wir müssen leider priorisieren und es ist uns im Grunde scheißegal, was du davon hältst.

Für manche klingt das nach ehrlicher Fürsorge, ist im Grunde aber nur organisiertes Wegsehen mit Verwaltungsstempel.

Der Bürger wird gemolken, bis nur noch seine Geduld übrig ist. Der Arbeiter soll flexibel sein wie ein Gummiband, belastbar wie ein Stahlträger und dankbar wie ein Hund, dem man den Napf wieder hinstellt, nachdem man ihm das Fressi rausgeklaut hat und es mit trockenen Haferflocken wieder hinstellt.

Das gleichzeitig Mieten, Preise, Abgaben, Gebühren, Unsicherheit und psychischer Druck steigen, wird nicht beachtet. Wer dann aber dennoch noch den Mut hat zu fragen, wie denn das alles zusammenpassen soll und vor allen, wie man das alles meistern soll, der bekommt mit einem Lächeln eine Broschüre über Resilienz geschenkt.

Es kotzt mich so was von an.

Die Gegenwart ist ein gigantisches Täuschungsmanöver

Es gibt System, die Menschen unterdrücken. Und es gibt System, die dabei noch so tun, als wären sie human. Das ist die moderne, die feige, die oft gefährliche Variante. Denn hier kommt die Gewalt nicht im Stiefel daher, sondern im Anzug.

Nicht mit einem Befehl, sondern mit einer Pressemitteilung. Nicht mit offener Brutalität, sondern mit der kalten und verlogenen Höflichkeit der Verwaltung.

Man ruiniert Menschen und verkauft ihnen den Ruin als Reform. Man entzieht ihnen die Kaufkraft, Stabilität und Würde und nennt das dann Transformation. Man macht das Leben teurer, den Alltag härter und die Zukunft kleiner und weniger erstrebenswert. Und wenn die Leute dann aufbegehren, erklärt man ihnen, sie müssten sich nur hart genug anstrengen um damit klar zu kommen.

Das ist keine Politik. Das ist organisierte Verhöhnung. Früher brauchte Macht wenigstens noch irgendeine Form von Autorität. Heute reicht es oft, die richtigen Wörter in der richtigen Reihenfolge zu sprechen.

Dann wird aus Raub „Marktdynamik“, aus Verarmung „Wandel“, aus Entlassung „Effizienz“ und aus sozialem Absturz „Eigenverantwortung“. Es ist sprachlicher Diebstahl. Erst wird dir das Dach über dem Kopf genommen, dann wird dir erklärt, du seist zu wenig flexibel, um das Wetter zu verstehen.

Der Bürger als Verschleißteil

Ich weiß nicht mehr in welchem Kontext David Precht folgendes sagte. Ich kann mich wörtlich nicht mehr genau erinnern, aber es war in Etwa…

„In Preußen wurden die Menschen nicht gebildet, sondern ausgebildet um für den Staat einen Zweck zu erfüllen“.

Im Grunde bedeutet das nichts anderes als: Der Bürger ist ein Zahnrad. Der Mensch musste funktionieren, aber er galt weniger als Mensch, vielmehr war er nichts weiter als ein Verschleißteil. Nicht mehr und nicht weniger.

Der moderne Mensch ist nicht anders. Im Grunde ist er kein Bürger, sondern auch ein Verschleißteil. Er muss funktionieren, bezahlen, schweigen, sich weiterbilden, dabei psychisch stabil bleiben, produktiv lächeln, keine Störungen verursachen, sich kräftig vermehren und die Ellbogen einsetzen um zu zeigen, wie wurscht ihm alle anderen sind.

Aber langsam merken immer mehr Menschen: Nimmt man diese Realität nicht mehr ernst, muckt auf, stellt in Frage – wird man verdächtig, moralisch verdächtig. Normales menschliches Verhalten wie Reaktion auf Ungerechtigkeit oder dumme Ideologien, stempelt dann diese Menschen oft ab.

Man nimmt den Menschen die anderes reagieren, denken und handeln, im Grunde die Freiheit.

Eine Freiheit, die eigentlich längst zur Fassade geworden ist. 

Politik als Karneval der Ohnmacht

Die politische Klasse wirkt inzwischen oft wie ein Haufen von Praktikanten, die im brennenden Haus über die Farbe von Vorhängen und Tapeten abstimmen. Es wird geredet, erklärt, relativiert, verschoben, geprüft, abgewogen, verpackt und dann wieder vertagt. Was nicht gelöst werden kann, wird in Sprache ertränkt.

Ich habe nie wirklich verstanden, wies Politik im Grunde nur noch reagieren kann. Wieso liegen in all den Ministeriumsschubladen nicht Krisenpläne? Warum ist niemand mehr vorbereitet? Angeblich gab es ja in irgendeiner dieser Schubladen damals ein Notfallplan, falls einmal eine Pandemie durchs Land fegt. 

Ich erkläre Euch ein paar Begrifflichkeiten

• Wenn Wohnungen unbezahlbar werden, nennt man das den Markt.

• Wenn Arbeit nicht reicht, nennen man das die Transformation.

• Wenn Strom und Heizen zur Klassenfrage werden, nennt man die Energiewende. 

• Wenn ganze Generationen unter Druck stehen, nennt man die Herausforderung.

So wird aus einem kaputten System ein rhetorisches Kunstobjekt. Je schlimmer es wird, desto eleganter klingt die Ausrede.

Die Gesellschaft der dressierten Erschöpfung

Das Perfide an dieser Ordnung ist nicht nur ihre Härte, sondern die Erziehung zur Selbstschuld. Der Mensch soll glauben, er sei frei, obwohl er in einem Käfig lebt, dessen Gitter aus Verträgen, Abhängigkeiten, Mieten, Schulden und digitalen Kontrollmechanismen bestehen. Er soll sich ständig verbessern, obwohl das Spiel längst gegen ihn läuft.

Wer heute scheitert, scheitert selten an Faulheit, sondern an einem System, das ihm von Anfang an die Luft dünner macht. Doch statt das Problem bei den Strukturen zu suchen, richtet man den moralischen Zeigefinder auf die Einzelnen.

Zu wenig Disziplin. Zu wenig Anstrengung. Zu wenig Anpassung. Das sind die Lieblingslügen der Eliten: Wenn die Masse leidet, muss sie eben noch viel effizienter leiden.

Vergleich mit alten Herrschaftssystemen

All das erinnert mich nicht an Freiheit. Es erinnert an alte Herrschaftsformen mit neuer Oberfläche.

• Es erinnert an Feudalismus, nur ohne Burgen, dafür mit Mietvertrag.

• Es erinnert an Koloniallogik, nur mit Lieferdienst und Börsenkurs.

• Es erinnert an autoritäre Systeme, in denen Gehorsam als Normalität verkauft wurde.

• Es erinnert an spätrömische Dekadenz, in der oben noch gefeiert wurde, während unten bereits alles morsch war.

Der Unterschied ist nur: Damals sah man die Peitsche. Heute sieht man das Formular.

Die globalisierte Dummheit

Die Gegenwart hat eine besondere Begabung: Sie kann gleichzeitig überall informiert und überall ahnungslos sein. Es gibt Daten im Überfluss, Einsicht im Mangel. Jeder hat Zugriff auf das gesammelte Wissen der Menschheit, aber nur die wenigsten benutzen dieses Wissen in Gesprächen, Foren, dem Leben.

Das Ergebnis ist, unzählige sinnlose Debatten mit Menschen, die Meinung über Fakten stellen. Aus erwachsenden Diskussionen werden sich schnell mit Sinnlosigkeiten, Unwahrheiten und Beleidigungen versehen Gespräche.

Ein digital verstärktes Durcheinander aus Meinung, Empörung und Dauerrauschen.

Die Menschen werden nicht mehr dumm gehalten, das ist nicht mehr notwendig, sie werden zugedröhnt. 

Mit Schlagzeilen, Talkshows, Bonusprogrammen, Identitätstheater, Krisenmarketing und dem ewigen Versprechen, dass alles nur noch ein kleines Stück Geduld braucht. 

Währenddessen fressen sich Konzerne, Lobbygruppen und politische Karrieristen durch die Substanz des Gemeinwesens wie Parasiten durch das gesellschaftliche Gewebe.

Die Verlierer sind immer dieselben

• Es sind nicht die Aufsichtsräte die frieren.

• Nicht die Minister, die sich die Miete nicht leisten können.

• Nicht die Lobbyisten, die Angst vor der nächsten Rechnung haben.

• Nicht die Analysten, die erklären, warum leider alles alternativlos war. 

Es sind die anderen.

• Die, die morgens aufstehen und abends merken, dass ihr Leben teurer geworden ist, ohne besser zu werden.

• Die, die arbeiten und trotzdem zurückfallen.

• Die, die pflegen, reparieren, fahren, putzen, bauen, lehren und am Ende hören, sie müssen sich eben besser organisieren.

• Die, die immer noch glauben, dass Leistung in einer anständigen Gesellschaft wenigstens ein bisschen belohnt werden.

Diese Menschen werden nicht nur ausgebeutet, sie werden verhöhnt.

Warum das so gefährlich ist

Also, das ist die Lage: Eine Gesellschaft, die ihre eigenen Bürger überfordert, auspresst und dann noch belehrt, sie müsste bloß positiver denken.

Eine Politik, die Versagen in Phrasen verwandelt.

Ein Wirtschaftsmodell, das unten die Lasten sammelt und oben die Dividenden verteilt.

Und eine Öffentlichkeit, die zu müde geworden ist, um das noch jeden Tag neu zu empören.

Vielleicht ist die ehrlichste Beschreibung unserer Zeit:

Wir sind nicht nur kaputt. Sondern kaputt und stolz darauf.

Wie lange soll dieses Elend denn noch weitergehen? Bis die letzten Bürger frieren und sich überlegen, ob es für einen alten Lieferwagen als Wohnung reicht oder doch nur für einen großen Karton?

Ich weiß, das klingt an den Haaren herbeigezogen. Aber das wird wahrscheinlich für viele Bürger Realität werden. Anfangen wird es, die Heizung auf das Minimum einzustellen, das Licht nur noch dort einzuschalten wo es gebraucht wird. Das Abendessen wohl überlegt zuzubereiten.

Vielen im Land mag das nicht bewusst sein. Die Fassaden werden geputzt und poliert. Die Straße dahinter wird zum Zeltlager.

Fakt ist, das Leben ist nicht teurer geworden, weil das nun einmal der Lauf der Dinge ist. Das Leben ist teurer geworden, weil in Namen der heiligen Investitionen und Profite für die Börsen, diese Profite von uns allen bezahlt werden, nur damit einige Wenige alles abschöpfen.

Früher konnte sich ein normaler Arbeitnehmer ein schönes Leben erarbeiten. Heute erarbeitet ein normaler Arbeitnehmer den Aktionären und Investoren ein schönes Leben.

Die Ungerechtigkeiten werden nicht nur gefühlt. Sie werden erlebt.

Der Cut

*** STOPP ***

Einmal tief durchatmen. Nicht, weil es harmlos wäre – sondern weil es wahr ist.

Ich beschreibe hier keine Einzelfehler. Ich beschreibe hier die gefühlte und erlebte Welt von immer mehr Menschen. Ich sehen es im Freundeskreis, im Bekanntenkreis, jeden Tag im Supermarkt. Die Zeiten werden härter.

Wir erleben Kriege, Konflikte, Krisen inzwischen wie hinter einem Wasservorhang mit aufsteigendem Nebel. Und dann träumen die meisten davon, wie es sein könnte, wenn man endlich beginnt, die Probleme zu lösen.

Dass dabei die Minderheit der Krisengewinnler einige Abstriche machen muss, nehme ich und sicher auch die meisten Menschen wohlwollend im Kauf.

Wir haben als Land genug Geld, wir verschwenden es nur anstelle es für folgende Bereiche auszugeben.

1   Wohnen wieder für Menschen

Das Wohnen darf kein Renditevehikel mehr sein. Wer mit dem Dach über dem Kopf spekuliert, verdient nicht Applaus, sondern harte Grenzen. Öffentlicher Wohnungsbau, Mieterschutz und Spekulationsbremsen gehören ganz nach oben.

2.  Energie als Daseinsvorsorge

Strom und Heizen sind keine Luxusprodukte. Grundversorgung muss wieder als Grundversorgung behandelt werden. Wer an unverzichtbarer Infrastruktur verdient, darf nicht gleichzeitig die Regeln diktieren.

3   Arbeit muss reichen

Vollzeitarbeit darf nicht in Armut enden. Oder im Anstellen für das Aufstocken. Oder als Suche nach einem Minijob. Löhne, Sozialabgaben und Steuersystem müssen so gebaut sein, dass Leistung nicht nur gelobt, sondern auch anständig bezahlt wird.

4   Bürokratie abbauen, Macht kontrollieren

Bürger und kleine Betriebe ersticken in Formularen und immer öfters nicht nachvollziehbaren Richtlinien der Behörden und Ämter. Während große Akteure sich dank Heerscharen von Anwälten durch komplexe Strukturen winden, verzweifeln diejenigen, die sich keine Horden von Formular-Entschlüsslern leisten können. Das muss sich umkehren: weniger Hürden für die Schwachen, mehr Kontrolle für die Mächtigen.

5   Politik an die Wirklichkeit binden

Keine PR-Reformen mehr. Keine Scheinlösungen. Keine Sprachkosmetik und endlich Politiker, die geistig in der Lage sind, auf Fragen auch zu antworten und keinen Nebenthemenschauplätze zu eröffnen.

Wer regiert, muss sich wieder an messbaren Ergebnissen messen lassen: bezahlbares Leben, eine funktionierende Infrastruktur, echte soziale Sicherheit.

6   Reichtum stärker belasten

Wenn oben immer mehr verteilt wird und das von unten im Prinzip schon gestohlen wird, dann kippt früher oder später jede Gesellschaft. Steuern müssen wieder nach Leistungsfähigkeit und Vermögenshöhe wirken, nicht nach Schlupflöchern.

7   Öffentliche Institutionen stärken

Gesundheit, Bildung Verkehr, digitale Infrastruktur – das sind keine Nebenräume des Staates, sondern seine Substanz, sein Fundament. Wer hier spart, zerstört Zukunft. Und wir merken jeden Tag ein wenig mehr, wie die Politik die Zukunft zerstört.

Warum das alles so wichtig ist

Weil eine Gesellschaft, die ihre Mehrheit dauerhaft überfordert, am Ende nicht nur ökonomisch scheitert, sondern moralisch. Menschen, die ständig das Gefühl haben, nur noch verwaltet, unterdrückt, gedrückt und belogen zu werden, verlieren irgendwann die Bindung an das Ganze.

Dann wird aus Frust Verachtung. Aus Verachtung Distanz. Aus Distanz Verfall.

Denn wieso sollte man sich jemandem oder dem Staat gegenüber solidarisch verhalten, wenn dieser Jemand oder der Staat einen so schlecht behandelt:

Und genau da stehen wir gefährlich nahe dran.

Nicht, weil die Menschen schlechter geworden sind. Sondern weil das System immer schlechter darin wird, ihnen ein würdiges Leben zu ermöglichen.

Und wie lange soll dieses Elend noch weitergehen?

Nicht ewig. Und genau darum muss jetzt endlich wieder über Ordnung, Gerechtigkeit und Vernunft gesprochen werden – nicht als Floskel, sondern als harte politische Pflicht.

Aber was macht die Politik? Sie schlägt tatsächlich vor, dass Arbeitgeber den Arbeitnehmern 1.000,00 Euro schenken.

Beitragsbild erstellt von Gemini – Nach einem Prompt von mir.