Willkommen im Egozän: Das Zeitalter des Gefrorenen Gewissens

Ah, das Egozän – unser glorreiches neues Zeitalter, benannt nach dem einzigen Überlebenden der Evolution: dem Ich. Vergesst das Anthropozän, wo der Mensch die Erde zerstörte; hier zerstört das Ego alles, was atmet, fühlt oder einfach nur im Weg steht. Und wisst ihr was? Wir feiern es. Mit Champagner aus den Tränen der Verlierer und Konfetti aus zerrissenen Sozialverträgen. Willkommen in einer Welt, wo die Eiseskälte nicht vom Klimawandel kommt, sondern aus den Herzen derer, die sich “erfolgreich” nennen. Ich, ein ganz normaler Mensch, der schon zu viele Lügen gehört und gelesen hat, halte euch jetzt den Spiegel vor. Und er ist verdammt schmutzig – von meinen und Euren eigenen Fingerabdrücken.

Stellt euch vor: Eine Gesellschaft, in der Mitgefühl so rar ist wie Ehrlichkeit in einer Wahlkampagne. Die Kälte kriecht überall hin. In den Büros, wo Kollegen sich gegenseitig die Karriereleiter absägen und dann auf LinkedIn posten: “Teamwork makes the dream work!” – mit einem Foto von ihrem neuen Firmenwagen, finanziert durch die Entlassung von hundert “Überflüssigen”. Egoismus?

Das ist kein Laster mehr, das ist der neue Tugendkatalog. “Ich zuerst, du nie” – das Motto, das uns durch den Tag trägt. Und wehe, du jammerst: “Sei resilient!”, sagen die Chefs, während sie dir den Stuhl unterm Arsch wegziehen. Zynisch? Ach, nein, das ist nur der Markt, Baby. Der heilige Markt, der alles rechtfertigt, solange die Bilanz grün leuchtet.

Und die Lügen? Früher wurden sie wenigstens in Samt verpackt, mit einer Schleife drumherum. Heute? Wir prahlen damit. Politiker lügen ins Mikrofon, und ihre Fans applaudieren: “Endlich einer, der sagt, was er denkt!” – auch wenn’s Bullshit ist. Nehmt Trump, Putin oder wen auch immer aus der Autokraten-Parade 2025: Sie zerstören Länder, zerschmettern Gesellschaften, trampeln auf Menschenrechten herum, und was tun wir in unseren “demokratischen” Oasen? Wir jubeln zu. “Stärke!”, rufen die Wähler in den USA, Europa, überall. Stärke?

Das ist Code für “Ich will auch so rücksichtslos sein, ohne Konsequenzen”. In Russland bombardiert man Nachbarländer, in China löscht man Kulturen aus, und hier im Westen? Wir kaufen ihre Billigklamotten und scrollen weiter. “Solange mein iPhone günstig ist, wen kümmert’s?” – die ultimative Verlogenheit, serviert mit einem Latte Macchiato.

Aber lasst uns tiefer graben, vielleicht nehmen wir dazu das Skalpell der Wahrheit, ein Werkzeug das nicht verletzt, sondern offenlegt, Denkt an die Bosse, die ihre Angestellten ausbeuten, sie bis zum Burnout treiben und dann belohnt werden. “Du hast den Konkurrenten plattgemacht? Hier, eine Prämie!” Keine Skrupel, null. Warum auch? Gewinn ist Gott. In der Tech-Branche feuern CEOs Tausende per E-Mail, während sie Milliarden bunkern. “Effizienzsteigerung”, nennen sie’s. Übersetzung: “Dein Leben ist mir scheißegal, solange meine Yacht größer wird.” Und die Gesellschaft? Sie nickt. “Erfolgsgeschichten” in den Medien, Biografien, die uns lehren: Tritt auf andere, um höher zu klettern. Wir machen Helden aus Hyänen.

Schaut euch um: In sozialen Medien prahlen Influencer damit, wie sie “Hater zerstören” – und bekommen Likes dafür. In der Politik? Autokraten wie Orbán oder Erdogan bauen Imperien auf Lügen und Unterdrückung, und in “freien” Ländern wählen wir ihre Kopien: Populisten, die versprechen, “die Eliten” zu bekämpfen, während sie selbst die neue Elite sind. Verlogen? Absolut. Wir alle wissen es. Tief drin wisst ihr, dass euer “Ich rette die Welt”-Post auf Instagram nur Ablenkung ist von eurem Konsumrausch. Aber hey, solange der Algorithmus euch pusht, fühlt’s sich gut an. Zynismus pur: Wir simulieren Empathie mit Hashtags, während wir echte Menschen ignorieren.

Und ihr? Ja, du da, der das liest und ich der das schreibt. Wir sind Teil davon. Du scrollst durch Katastrophenmeldungen – Kriege, Klimakollaps, Armut – und denkst: “Schlimm, aber was kann ich schon tun?” Du könntest, aber du willst nicht. Weil’s unbequem ist. Weil im Egozän der eigene Arsch immer wärmer ist als der des Nachbarn. Wir jubeln den Zerstörern zu, weil wir heimlich neidisch sind: “Wenn ich nur so skrupellos wäre…” Seid ehrlich: Jeder von uns hat schon mal jemanden fallen lassen, um voranzukommen. Und es fühlte sich gut an, oder? Das ist die Wahrheit, die euch wehtut. Kein Mitleid von mir – ich bin weder Journalist noch Therapeut. Nur jemand der versucht den gesunden Menschenverstand einzusetzen.

Das Egozän frisst uns auf, und wir lächeln dabei. Bis nichts mehr übrig ist als leere Hüllen, die sich gegenseitig anstarren und fragen: “War’s das wert?” Spoiler: Nein. Aber hey, wenigstens hast du Gewinn gemacht. Willkommen in der Hölle, die wir uns selbst gebaut haben. Und jetzt? Schaut in den Spiegel. Er beißt zurück.

Liebe Menschen, ich bin wütend. Nicht die Art Wut die einen Menschen dazu bringt Amok zu laufen und zu zerstören. Ich bin wütend, weil wir sehenden Auges in die Katastrophe laufen. Diese Wut tut nur noch weh.