In der letzten Zeit, eigentlich schon seit Monaten, da frage ich mich, wieso gibt es nicht mehr Depressive? Bei all dem Wahnsinn der den Planeten flutet, bei all der zunehmenden Aggression müssen doch viel mehr Menschen als in normalen Zeiten langsam verzweifeln.
Werte verlieren immer mehr an Bedeutung. Der Umgang untereinander wird immer heftiger, kälter, gnadenloser, roher. Wieso sieht man diese Opfer der Gegenwart nicht? Vielleicht, weil eine Depression heute nicht mehr so aussieht wie einst. Vielleicht tragen wir sie im Inneren, um wenigstens noch halbwegs nach Außen zu funktionieren.
Wir gehen zur Arbeit, genießen unsere Hobbys, wir kommunizieren und leben unser Leben. Und doch leben immer mehr Menschen im Dunkel. Ich sehe das bei immer mehr Menschen die ich kenne. Irgendwie verändern sie sich. Wenn ich in mich selber hineinschaue, denke ich nicht, dass mich andere als Depressiv einschätzen würden. Und doch fühle ich manchmal diese schwarze Wand vor mir. Die Wand ohne Türe.
Wie unsere Zeit Depression unsichtbar macht und das leise Zerbrechen in einer kranken Gesellschaft.
Es gibt einfach zu viele Krisen, zu viele schreckliche Bilder. Es gibt die Momente wo ich mit offenem Mund vor dem Fernseher sitze und mich frage, wieso ist das eigentlich möglich? Das war ich, was eigentlich alle sehen sind viel zu viele Wahrheiten die man nicht mehr wegdenken kann.
Gesichter werden mit Namen versehen, diese Namen mit Aktionen, diese Aktionen verbreiten irgendwie nur noch Elend und Hass. Und was besonders hart zu akzeptieren ist, das ist der Zustand der Gesellschaften und deren Mitglieder, die dem Wahnsinn freiwillig folgen.
Wie soll man das eigentlich alles verarbeiten und wird dieser Kessel der Gefühle die zurückgehalten werden, irgendwann detonieren?
Wie unsere Zeit Depressionen unsichtbar macht.
Ich habe das Gefühl, viele Menschen zerbrechen ganz leise. Wir taufen es Müdigkeit, Stress und irgendwann nennen wir es das normale Leben. Nur, ist es vielleicht etwas ganz anderes? Eine stille Trauer um eine Welt die wir längst verloren haben. Eine Welt in der die Eliten langsam das Steuer übernehmen. Ganz im Geheimen.
Jene Eliten, die seit tausenden von Jahren im Grunde nur die Welt zerstören wollen, sie zum Eigentum machen und die Menschen nur als notwendiges Übel zur Erledigung von Notwendigem braucht.
Die globale Entwicklung der gesellschaftlichen Unterdrückungen sind inzwischen sehr sichtbar.
Ich bin überzeugt, viele Menschen fühlen so und wissen nicht wie sie damit umgehen sollen. Wie viele die genauso denken und fühlen sitzen neben mir und sind nicht sichtbar, sind unscheinbar, finden keine Worte in diesem Dunkel?
Und was bedeutet das eigentlich für die Zukunft? Werden wir damit irgendwie fertig oder ist das nur ein sich anbahnender Tsunami einer neuen globalen Veränderung zum Schlechten?
