Traurige Tage und die immerwährende Suche nach dem Positiven

Trauer, Krieg und eine Welt in Dauerkrise

Heute vor einem Jahr verschwand unsere Katze Fedi. Es ist einer der Jahrestage die niemand wirklich braucht. Ein Jahr jemanden zu vermissen, nicht zu wissen wo sie ist, das ist trotz der Hilfe von unzähligen Menschen mit all ihrer Unterstützung und Hilfe dennoch schwer.

Es ist einfach eine Art von Dauertraurigkeit die ich niemandem wünsche. Und die dennoch überall auf der Welt vorhanden ist in diesen Tagen.

Der Krieg von Israel und den USA gegen den Iran entwickelt sich sicher nicht in die Richtung die geplant war. Ich will hier nicht politisch werden, ich suche nur den Sinn des Ganzen. Israel als dauerbedrohtes Land durch den Iran kann ich ja noch verstehen, aber was macht Trump da eigentlich? Dachte er ernsthaft, dass der Angriff auf den Iran genauso leicht wird wie jener auf Venezuela?

Jetzt droht Trump damit, das größte Gasfeld der Welt einfach abzufackeln. Ein Feld das sich Qatar und der Iran teilen. Und was so ein Angriff anrichten würde, davor zittert inzwischen die halbe Welt. Hat Trump denn wirklich gedacht der Iran wehrt sich nicht mit allen möglichen und nötigen Mitteln? Dachte er wirklich, der Iran lässt die Länder im Golf mit US-Stützpunkten in Ruhe? 

Ich wollte Trump nie zum Thema machen, nur kann und darf man diesen Mann nicht tolerieren. Sein Verhalten ist dem Verhalten eines inzwischen längst verblichenen Diktators sehr ähnlich.

Das Ignorieren militärischer Expertisen – Das Ignorieren von Allianzen – Propaganda vs. Realität – Historiker werden mehr Parallelen zwischen Trump und Hitler finden.

Öl, Krieg und die Zerbrechlichkeit des Alltags

All das ist sehr traurig. Und die Traurigkeit scheint sich wie eine dunkle Wolke über mehr Länder zu legen. Nicht nur die steigenden Spritkosten. Öl ist die Basis für so viele Produkte des Alltags. 

Treib- und Heizstoffe, Kunststoffe, die Pharmaindustrie, Textilien, Chemie und der ganz normale Alltag der Reifen, Asphalt, Kosmetik, Kerzen und so vieles mehr braucht. Was machen die Bauern die auf Dünger angewiesen sind? Sind Ernteausfälle schon in Sicht?

Die Blockade wird diese lebensnotwendigen Ketten gefährden. Wieder einmal zeigt sich, wie sehr die moderne Zivilisation an der Klippe gebaut ist.

Und dann noch etwas…

Perversion des Konsums und geplante Kurzlebigkeit

Nun, vielleicht lässt diese momentan noch überschaubare Krise die Menschen auch endlich einmal in eine andere Richtung denken. Nämlich über die Perversion des modernen Konsumismus.

Andauernde Verfügbarkeit, Verschwendung ohne Ende bei Kleidung, Nahrungsmitteln. Eine Förderung der globalen Umweltverschmutzung. Circa 70-80 % der CO2 Emissionen entstehen durch den Konsum. Der Rohstoffabbau für moderne Technologien zerstört die Natur, verursacht Konflikte und fördert moderne Sklaverei und Kinderarbeit. Wir haben pro Jahr an die 50 Millionen Tonnen Mikroplastik in der Nahrungskette.

Wir haben eine Reichtumskonzentration die 10x mehr Ressourcen verbraucht als ein Großteil der Weltbevölkerung. Ausbeutung finden wir überall, Fast Fashion zerstört nicht nur die Umwelt, auch die Menschen.

Für viele ist der Konsum längst zur Sucht geworden. Aber solange die Konzerne damit Unsummen verdienen ist das natürlich kein Thema das man gerne in der Öffentlichkeit bespricht.

Wir bewegen uns bereits mit dem ersten Schritt über die Klippe hinaus.

Kaputte Produkte, fehlendes „Right to Repair“

Dieser Krieg ist irgendwie ein ziemlich stattliches Zeichen das wir die Vierte Generation sind. Und alles ist so verwirrend. Denn Fakten haben inzwischen so gut wie keine Bedeutung mehr. Ideologien steuern immer mehr den Kurs der MS Zivilisation auf ihrem Weg in die Zukunft. Und das ist extrem traurig.

Aber wir können darauf bestehen, dass es Änderungen geben muss. Ich nehme als Beispiel technische Konsumgüter. Ich erinnere mich an meine Kindheit. Wir lebten damals in Luxembourg und meine Mutter kaufte sich eine Waschmaschine von Miele. Nach einigen Jahren zogen wir zurück nach Wien und nahmen die Waschmaschine mit. Als wir sie gebraucht verkauften was sie ungefähr 20 Jahre alt und hatte nie einen Handwerker gesehen.

Heute werden viele Produkte schon mit einem Verfallsdatum konstruiert. Nicht bei Premiumherstellern, aber im Preissegment die sich die meisten Menschen leisten können. Das ist ja auch in Ordnung, Qualität kostet immer mehr. Sicher würden auch mehr kostengünstigere Geräte länger existieren, wenn die Menschen ihre Geräte besser pflegen würden. Was auch immer weniger machen.

Aber auch die Konstruktion ist ein Problem. Beispiel von einer Kaffeemaschine für diese Pads. Der Wassertank hat einen magnetischen Schwimmer, der dem User anzeigt wann das Wasser nachgefüllt werden muss. Ist er am Boden, blinkt die LED: Da diese Art Kaffeebrüher einen Wasserrücklauf in den Wassertank hat, gibt es nach einiger Zeit Kaffeefettablagerungen im Wassertank.

Was dazu führt, dass dieser Schwimmer irgendwann einmal hängenbleibt, wenn man Wasser nachfüllt und anzeigt, dass man Wasser nachfüllen muss. Obwohl der Tank voll ist, Kaffeemachen geht nicht mehr. Weil der Schwimmer durch das in den Wassertank zurücklaufende Wasser den Wassertank mit der Zeit mit den Ablagerungen des Kaffeefetts beschenkt.

Natürlich kann man das einfach reinigen. Aber dafür muss man einen sehr kleinen Metallstopper aus dem Wassertank entfernen um alles reinigen zu können. Den bekommt man aber nur mit Geschick aus dem Wassertank. Manche waschen den Tank im Geschirrspüler, da löst sich das kleine Metallteil schon mal. Das bemerkt natürlich niemand und der Schwimmer schwimmt fröhlich im Tank herum. Viele denken dann, dass die Maschine kaputt ist, was sie nicht ist und kaufen sich eine neue Maschine.

Und das haben wir bei vielen Geräten. Absichtlich schlecht konstruierte technische Geräte um über Reparatur und Ersatzteile Profit zu generieren. Und das gibt es von den einfachsten Haushaltgeräten bis hin zu den teuersten Premiumprodukte der Autoindustrie.

Vieles wird auch so konstruiert, so dass man nur zum Hersteller gehen kann.

Wir brauchen das Recht auf Repairshops. Und das diese noch immer von der Industrie verhindert werden, das ist auch traurig.

Es ist nicht immer der Konsument daran schuld, dass die Umwelt massiv belastet wird. Die Erzeuger sind das genauso. Die einen durch einen ausufernden Konsumismus, die anderen durch eine ausufernde Profitgier. Die Konsumenten könnten sich dieser niederträchtigen Geschäftstaktik entgegenstellen. Aber sie machen es nicht. Da hat sich einiges verändert.

Informationsflut, Erschöpfung und Bildungskrise

Das hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass generell alles so kompliziert geworden ist. Die meisten lesen keine Garantiekarten oder kümmern sich um ihre Verbraucherrechte. Wahrscheinlich wollen die alle nur noch ihre Ruhe haben. Einfach aus dem Grund heraus, dass inzwischen viel zu viel an Informationen, Werbung, Nachrichten, Geschrei auf die Menschen tagtäglich einprasselt und fast alle Menschen diesen Infotsunami nicht mehr verarbeiten können.

Der Fortschritt macht uns fertig und so neigen wir irgendwann einmal dazu aufzugeben und unterwerfen uns diesem Dauerdruck nur um wieder etwas mehr Ruhe zu haben.

Ich glaube, die meisten Menschen sind nur noch müde. Die täglichen Eindrücke sind zu viel. Die Anforderungen an den Alltag, die Arbeit, die Schule werden immer höher. Der zwang Ziele mit allen Mitteln zu erreichen, egal ob legal oder illegal ist inzwischen ein ernsthaftes Problem. Der Prüfungsdruck bei Schülern führt zu einem langsamen Anstieg von konzentrationsförderden Medikamenten wie Ritalin und ADHS-Mitteln. Dazu kommen die Energydrinks.

Die Schummelrate bei Schülern und Studenten steigt. Gut, geschummelt wurde schon immer, aber die recherchierten Zahlen haben mich schon überrascht. 

In den Sekundarstufen I und II schummeln bis zu 50% der Schüler, durch Abschreiben, Spicken und Smartphones. Bei den Studenten sind es bis zu 79%. Die schreiben auch noch ab, verwenden aber auch Plagiate. Dazu kommt inzwischen die Künstliche Intelligenz. Ich bin überzeugt. Gute Schüler verwenden die KI als Werkzeug um das eigene Wissen zu steigern, um andere Ansichten und Theorien zu lernen. Aber viele verwenden es als Werkzeug ohne eine eigene Leistung zu investieren.

Der Wert von Schulnoten sinkt dramatisch. Hat jemand bessere Geräte, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er bessere Noten bekommt als jemand der sich nur durchschnittliche Hard- und Software Technologie leisten kann.

Und wieder entscheidet das Geld der Eltern über Notenerlangung. Ein weiteres Beispiel für die soziale Ungleichheit.

Natürlich, Schulen und Universitäten werden Schutzmechanismen entwickeln um dieser Schummelei Einhalt zu gebieten. Erfahrende Lehrer, Dozenten und Professoren werden den Schummlern sicher schnell die Unseriosität nachweisen können. Aber was bedeutet das generell für die Kompetenz und Qualität zukünftiger Akademiker? 

Schule und Universitäten lehren ja nicht nur den Lehrstoff. Sie bringen den Menschen auch Techniken bei. Zum Beispiel wie man Probleme löst, bestimmte Denktechniken die für den jeweiligen Beruf wichtig sind. Eigenständiges Lernen fördert die Transferkompetenz. Reines Auswendiglernen funktioniert dabei nicht.

KI zwischen Missbrauch und Hoffnung

Trotz all der momentan negativen Gründe die KI zu verwenden bin ich überzeugt, dass die KI schon bald nicht mehr als Schummel Tool herhalten muss, weil die KI es schaffen wird, Lernen wieder spannend zu machen.

Und wenn es dann auch noch mehr Lehrer gäbe, die den Unterricht spannender machen, die Schüler herausfordern. Wenn es an den Schulen mehr Motivation und Inspiration geben würde, wären die Noten besser, die Schüler glücklicher und die Abbruchquoten bedeutend niedriger. Das muss man sich aber leisten wollen, wie Kunst und Kultur.

Aber die Probleme des Staates sind mannigfaltig. Es fehlt an Geld, an Politikern die es ernst meinen, an einem modernen Schulsystem. Und an dem Mut, nicht nur das Schulsystem zu verändern, sondern all die notwendigen Reformen anzugehen. Denn ich Grunde ist das Meiste in diesem Land nicht anders, als es im alten Preußen war. Die Schulen sollten Beamte hervorbringen, keine neugierigen, am Leben interessierte Menschen die auch einmal andere Wege gehen um Ziele zu erreichen. Die Schulen bilden im Grunde nicht die Schüler, sie bilden sie aus um den Zweck für den Staat zu erfüllen, nicht um das Dasein und damit den Staat besser und erfolgreicher zu machen.

Jeden Tag sehe ich die Notwendigkeit von KI mehr und mehr um eine gute Zukunft zu gestalten. Aber ich weiß noch nicht genau, wie die KI zum Wohle aller eingesetzt werden kann. Im Moment sieht es eher danach aus, Konzerne und die Tech-Riesen noch mächtiger werden zu lassen.

Alles irgendwie noch traurig.

Kleine Geschichten, große Hoffnung: Rosie und. Fedi

Und dann kommt ein Sonnenstrahl durch die Wolken und erhellt die Seele. 

Paul Conyngham hat einen Hund namens Rosie. Sie litt an Mastzellkrebs, Diagnose unheilbar. Paul ist KI-Berater und hat mit KI-Tools einen personalisierten mRNA-Impfstoff entwickelt. Um das Genom zu sequenzieren halfen ihm das Ramaciotti Centre und die UNSW Sydney.

Der Stand der Dinge ist nun so. Der Krebs ist nicht weg, aber der Tumor am Hinterbein ist um 50% kleiner geworden, dass in sechs Wochen.

Natürlich ist das noch kein alleiniger Beweis für die Impfstoffwirkung und es könnte noch andere Nebenwirkungen geben. Dennoch ist es ein erster Schritt hin zu einer Forschung, die es eines Tages ermöglicht, einen auf den einzelnen Tumor abgestimmten Impfstoff zu entwickeln. 

Es sind die kleinen Schritte, welche die Welt weiterbewegen. Aus der Verzweiflung heraus geborene neue Wege. Niemand weiß ob Rosie vollständig geheilt werden kann, aber da ist ein Mann der etwas unternommen hat.

Sicher gibt es Kritiker und das ist gut so. Kritiker helfen oft weiter die richtigen Fragen zu stellen und sich selber zu hinterfragen. Es ist wahrscheinlich meistens kein freundlicher Dialog. Aber das ist es im Grunde mit neuen Ideen und anderen Herangehensweisen nie.

Wichtig ist nur, dass wir alle neugierig sind und nie aufgeben zu Hoffen.

Und Fedi, wenn Du das liest. Wir suchen Dich weiter, geben nicht auf, denn wir haben dich so lieb…