Gerade versucht die Gegenwart mich zu zerbrechen

Manche Tage sind irgendwie nur schwer zu ertragen.

Inzwischen ist es Abend, draußen ist es schon dunkel. Ein weiterer Tag an dem ich meinen Hintern nicht wirklich hochbekommen. Dazu der ganze Hass, die Niedertracht und Dummheit im Internet. Diese meist sinnbefreiten Rechthaberdebatten. Inzwischen bin ich sehr dafür, dass unter 16-jährige definitiv keine Sozialen Medien mehr konsumieren dürfen. Viel wichtiger ist es, den Kindern und Teenagern die wunderbare Welt des Internets lehren.

Das Internet war für mich seit es dieses gibt, ein Ort um schöne Dinge zu finden, über tolle Menschen zu lesen, schnell an Wissen zu gelangen. Und dieses Potential ist irgendwie unendlich. Ich erinnere mich an den Tag, an dem Google Earth das erste Mal auf meinem damaligen Röhrenmonitor die Pracht der Welt erschien. Zuerst flog ich unzählige Male über die Weltkugel. Daraufhin erschienen wie aus dem Nichts alte Erinnerungen an Orte die in irgendeiner Art und Weise wichtig waren.

Ich schaute mir die Lebensräume meiner Kindheit an. Dort wo ich gerne als Kind unterwegs war. All die Orte die ich im Urlaub oder Ausflügen besucht hatte.

Die Hütte im Wald, ohne Strom und fließendes Wasser, der ersten Urlaub am Meer, die Skigebiete in denen ich das Skifahren erlernte. Meine Schulen, die Sportplätze auf denen ich Fußball spielte. Und ich legte Archive an, zuerst nur ein paar, heute sind es sicher über Einhundert. Ich füllte sie mit allen Erinnerungen und auch heute werden die Archive von Zeit zu Zeit gefüllt.

Die Sozialen Medien. Was war das wunderschön Menschen wiederzutreffen, die ich von Dekaden kennenlernte. Auch alle archiviert, so dass das Vergessen keine Chance hat.

Mit den Jahren wurden die interessanten Publikationen der Kunst und Kultur, der Forschung und Wissenschaft, der Spinnerseiten, alles wurde mehr und besser. Ich denke öfters daran welches enorme Potential das Internet hat um die Menschen neugierig zu machen.

Und jetzt stehen wir wieder an so einer markanten Schwelle. Wir treten gerade in ein neues Zeitalter ein. Und die Möglichkeiten werden wahrscheinlich um ein Tausendfaches am Möglichkeiten bieten, diesen Planeten wirklich besser zu machen. Aber einfach wird das sicher nicht. Denn immer wenn etwas Gutes zur Welt kommt, gibt es Leute deren einziger Verwendungszweck sich nur um Macht dreht. Also, wie wird das alles aussehen in zehn, in fünfzehn Jahren.

Werden wir das unterdrückte Gesellschaften haben, wird das Recht des Stärkeren Denken und Handeln bestimmen? Oder schaffen wir es vielleicht wirklich, die Welt besser zu machen, unsere Talente zu fördern, bessere Menschen zu werden?  Und wie wollen wir die notwendigen Veränderungen angehen? Ich denke ja noch nicht so lange darüber nach. Es ist, je mehr meine Gedanken um das Thema herumfliegen, ein unendlicher Raum von Fragezeichen.

Heute hat Sylvie Geburtstag. Herzliche Glückwünsche in den Süden Frankreichs. Ich weiß nicht einmal wo ich ein Geschenkt hinschicken müsste.